Ingolstadt

Ingolstadt an der Donau:

Eine Stadt mit ca. 115.000 Einwohnern (Stand Ende 1999), verkehrsgünstig genau zwischen Nürnberg und München an der A9 gelegen - man ist zumindest schnell in der Alpen, wenn gerade (selten genug!) kein Stau auf der Autobahn ist!

 


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Allgemeines über Ingolstadt:

Der "historische Stadtkern" von Ingolstadt ist sehr schön und gut erhalten - genauso wie es das Hinweischild an der Autobahn verspricht. Es gibt in der Innenstadt auch allerhand nette Kneipen - besonders am Donnerstag ist alles recht gut gefüllt. Das einzig Schlimme an Ingolstadt (und dies soll gleich zu Anfang erwähnt werden!) ist der Herbst, der wegen der Donau zu recht vielen Nebeltagen führt.

Die Raffinerien im Osten der Stadt, die einem quasi in die Augen springen, wenn man die A9 entlangfährt, lassen die hier Vorbeifahrenden nicht eben vorteilhaft von Ingolstadt denken. Man sieht die Schornsteine von der Autobahn auch nur so gut, da man von oben in das Donautal hineinfährt. Im tief liegenden Ingolstadt selbst bekommt man überhaupt nichts von den Raffinerien mit - im Gegensatz zur Autobahn sieht und riecht man nichts, da sie ein ganzes Stück entfernt liegen. Und wer denkt, daß die Stadt nur aus großen Öltanks und Raffinerien besteht, der wird sich wie der Schriftsteller Josef Hofmiller wundern: "Wie ist es menschenmöglich, daß über eine so feine alte Stadt so albern absprechende Urteile im Schwang sind?". Das habe ich irgendwo gelesen - den Spruch fand ich so gut, daß ich ihn hier unbedingt wiedergeben wollte!

Der sehr gut erhaltene Altstadtkern, umgeben mit einem Grüngürtel mit diversen alten Festungsbauten, ist allemal einen längeren Besuch wert - insbesonder im Sommer, wo zusätzlich die diversen “bayerischen Biergärten” locken.

Ingolstadt ist durch die Donau in einen Nord- und Südteil zweigeteilt. Das Stadtzentrum mit der Altstadt liegt am Nordufer der Donau - nach der klassischen "bayerischen Definition" für Bayern könnte man somit interpretieren, daß das zum Regierungsbezirk Oberbayern gehörende Ingolstadt "eigentlich" gar nicht "bayerisch", sondern "preußisch" ist!

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AUDI AG:

Der Hauptarbeitgeber in der Gegend ist die Audi AG mit über 28.000 Arbeitsplätzen allein im Ingolstädter Hauptwerk, das in Ingolstadt erst 1949 gegründet wurde. Kurz die Unternehmensgeschichte: Aus den Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer entstand 1932 zuerst die AUTO UNION - dabei erschienen erstmals die 4 Ringe, welche die 4 Marken symbolisierten. In Ingolstadt wurde 1945 das Zentraldepot für die Auto Union und 1949 die Auto Union GmbH mit einer Motorradproduktion gegründet. Diese wurde 1958 von der Daimler Benz AG und 1964 wiederum von der VW AG übernommen. Im Jahr 1969 erfolgte der Zusammenschluß mit der NSU zur Audi NSU Auto Union AG mit Sitz in Neckarsulm. Erst 1985 wurde der Konzern in die heutige AUDI AG umbenannt und der Sitz nach Ingolstadt verlegt.

Die Modelle mit hohen Stückzahlen wie der A3 und A4 werden in Ingolstadt und die Modelle mit niedrigeren Stückzahlen wie A6 und A8 werden in Neckarsulm gefertigt.

Hier einige beispielhafte Daten aus dem Jahr 1999: über 46.000 Mitarbeiter produzierten in diesem Jahr fast 630.000 Fahrzeuge und mehr als 1.265.000 Motoren.

Übrigens: Es kann jeder (nicht nur derjenige, der einen Audi vom Werk abholt) eine kostenlose Werksbesichtigung bei Audi mitmachen, die mehrmals täglich durchgeführt wird. Man muß sich nur ca. 4 Tage vorher anmelden - hier für Interessierte die Telefonnummer: 0841 / 89 - 31241.

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Weiteres zu Ingolstadt:

Ansonsten gibt´s nicht viel Herausragendes zu Ingolstadt zu sagen - vielleicht noch, daß der Media Markt (incl. Saturn) hier in Ingolstadt seine Zentrale mit ca. 1000 Mitarbeitern hat und das Leitungswasser hier dermaßen kalkhaltig ist, daß deswegen der Verschleiß an Kaffemaschinen etc. recht immense Ausmaße annimmt (aber der Media Markt hat ja genug davon ...).

Die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung in den 60er Jahren, im Freistaat Raffinerien anzusiedeln, änderte das Stadtbild Ingolstadts: In der näheren Umgebund siedelten sich 5 Raffinerien an, die an drei transnationale Pipelines angebunden sind - es entstand das bayerische "Energie- und Raffineriezentrum", das zu den größten in der Bundesrepublik gehört.

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Geschichtliches zu Ingolstadt:

Die Daseinsberechtigung hat Ingolstadt insbesondere im Jahr 1516 erlangt. Wem das Jahr bekannt vorkommt: Jawohl, das Bayerische Reinheitsgebot für Bier wurde nämlich in Ingolstadt erlassen! In Ingolstadt gab es früher auch sehr viele Brauereien - weit über 20 insgesamt. Nun sind es noch insg. 3 eigenständige Brauereien im Stadtgebiet, die allerdings nur regionale Bedeutung besitzen.

In den Jahren 1392 bis 1447 war es auch die Residenz der bayerischen Herzöge. Von 1472 bis 1800 war in der Stadt die Bayerische Landesuniversität beheimatet - mit einer damals sehr bedeutenden medizinischen Fakultät, weshalb die Geschichte von Mary Shelley um das Monster von Frankenstein wohl auch hier in Ingostadt spielt.

Die Stadt war schon immer sehr gut befestigt. So konnte z.B. auch 1632 der sonst sieggewohnte Schwedenkönig die Stadt nicht einnehmen, sondern ihm wurde sogar sein Pferd unter seinen Füßen weggeschossen. Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich im Jahr 1800 wurde die Festung aber sprichwörtlich zerlegt. Von 1827 bis 1945 war die Stadt dann eine (bzw. die bayerische) Festungs- und Garnisonsstadt, was man noch heute an vielen Bauwerken unschwer erkennen kann. Daher kommt auch der Ausdruck "Schanzer" für die Ingolstädter. 1945 wurden einige Forts von den Amerikanern gesprengt - im Gegenzug wurden in der Neuzeit viele Festungseinrichtungen restauriert.

Trotz ihrer Bedeutung in der Frühzeit hat es für die Stadt nicht zu einem Dom gereicht - nur zu einem Münster (erbaut 1425, das Bauwerks erreicht die Höhe von 72m). Am Schluß der Bauzeit ging aber das Geld aus, was auch der Unwissende anhand der ungleich hohen Türme und dem angefangenen Rahmen des Ziffernblattes bei dem einen Dachbeginn erkennen kann. Aber trotz Geldsorgen hat man zumindest das Dach noch draufgesetzt!

Für Besichtigungswütige: In Ingolstadt gibt es insbesondere das Bayerische Armeemuseum und das Deutsche Medizinhistorische Museum - das Frankenstein-Monster ist allerdings nicht ausgestellt, falls es jemand suchen sollte! Was Schlösser und Burgen betrifft: Der “Herzogskasten” wurde im 13. Jahrhundert erbaut; das “Neue Schloß” steht seit 1418. Große Teile der Ringmauer sind noch gut erhalten. Mit den mittelalterlichen Stadttoren war die Zeit leider nicht so gnädig - einzig das Kreuztor, das Wahrzeichen von Ingolstadt, hat überlebt und ist in gutem Zustand.

Es gibt auch eine Fachhochschule sowie eine Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Eichstätt - sprich: das wesentlich kleinere (aber viel schöner gelegene) Eichstätt in der Nähe hat es in der Neuzeit zu mehr akademischen Ehren gebracht als Ingolstadt!

Die erste urkundliche Erwähnung von Ingolstadt fand im Jahr 806 statt. Das Stadtrecht wurde um 1250 erlangt. Seit 1989 ist Ingolstadt die jüngste Großstadt Bayerns - denn da wurde die magische Zahl von 100 000 Einwohnern überschritten.

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Infos, Links und Anfahrt:

Wer jetzt von Ingolstadt angetan ist: Der Weg ist einfach zu finden; außerdem liegt Ingolstadt ja direkt an der Autobahn.

Weitere Infos zu Ingolstadt gibt´s auf der städtischen Homepage http://www.ingolstadt.de. Die Seite ist auch recht schön animiert.

Weitere Sites: http://www.infoportal-in.de, http://www.willkommen-in-ingolstadt.de oder http://www.ingolstadt-live.de.

(Zur rechtlichen Absicherung möchte ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten distanzieren, da ich deren Inhalte nicht ständig überprüfen und entsprechend reagieren kann.)

Noch ein Wort zu Oberbayern, zu das Ingolstadt gehört: Dort lebt ein sehr freundliches Völkchen - außer vielleicht den Bedienungen in den Münchener Oktoberfest-Zelten, die einen gelegentlich vom Platz wegjagen, wenn man nicht schnell genug das Maß leer trinkt (bzw. säuft) und sofort ein neues bestellt!

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Umgebung von Ingolstadt:

Ingolstadt und die unmittelbare Umgebung ist bretteben. Südlich ist zudem das ebene Donaumoos - ideal für Inlineskate-Touren. Zudem gibt es dort einige Baggerseen mit guten Bademöglichkeiten. Die Stadt selbst ist recht Inlinesskate-feindlich - wegen dem überdimensioniertem Einsatz von Pflastersteinen. Die Radwege der Donau entlang sind leider fast nur Schotterwege - also auch nichts für Skater!

Für die Umgebung nordöstlich bis westlich von Ingolstadt gilt insb. für Motorradfahrer: Nach ca. 10km wird es hügelig und "sehr kurvig", ca. 20km von Ingolstadt weg kann sogar das Wort "Serpentinen" in den Mund genommen werden - denn dann hat man das Altmühltal erreicht. Für das Altmühltal gilt: Schnuckelige Ortschaften, oft mit Trutzburgen auf Bergen mit senkrecht abfallenden Kalkwänden. Die ständig plötzlich auftauchenden senkrechten Felswände wie z.B. die "zwölf Apostel" bei Solnhofen bilden schon einige beeindrückende Kulisse, auch wenn die Felswände im Altmühltal die 50m i.a. nie übersteigen.

Das ca. 20km entfernte Eichstätt an der Altmühl mit seiner unversehrten barocken Altstadt, der fürstbischöflichen Residenz, dem Dom und der monumentalen Willibaldsburg über der Stadt erinnert stark an Würzburg im kleinen - Eichstätt ist trotz der früheren Bedeutung bis heute eine Kleinstadt mit mehreren 10000 Einwohnern geblieben. Die Kreisstadt ist aber in jedem Fall einen längeren Besuch wert!

Weiterhin gibt es etwas östlich von Ingolstadt den Donaudurchbruch: Zwischen Kehlheim und Weltenburg hat sich die Donau ihren Weg gebahnt - mit 40m hohen Kalkfelsen auf beiden Seiten der Donau.

Ca. 20km nörlich von Ingolstadt verlief der Limes des Römischen Reiches - Spuren davon sind noch gut erhalten.

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